Eine Woche zwischen Wattenmeer und Weltstadt, Schule und Stadtabenteuern – Jugendliche aus Cegléd und Cuxhaven erleben Europa im Alltag.
Tag 1 – Anreise, Ankommen, erstes Miteinander (Sonntag)
Um 1 Uhr morgens startete die ungarische Gruppe in Cegléd. Nach zwei Flugetappen und einer Zugfahrt erreichten die Jugendlichen Cuxhaven – müde, aber voller Vorfreude. Für das erste Kennenlernen ging es, von den deutschen Schülerinnen und Schülern privat organisiert, an einen der „schönsten und ruhigsten Orte der Stadt“: Minigolf lockerte die Stimmung, Lachen und kleine Wettkämpfe ließen die Scheu schnell schwinden. Den Abend verbrachten die Gäste in ihren Gastfamilien und freuten sich nach dem Reisetag auf erholsamen Schlaf.
Tag 2 – Schule, Hafen und Watt: Organisation, Fischbörse und Biologie zum Anfassen (Montag)
Der zweite Tag begann im Amandus-Abendroth-Gymnasium: Ungarische und deutsche Teilnehmende versammelten sich gemeinsam. Der Schulleiter Herr Deutschmann und die deutschen Lehrkräfte Frau und Herr Läpple begrüßten die Gruppe und stellten das Tagesprogramm vor. Für Heiterkeit sorgte ein von einer deutschen Schülerin erstelltes Vlog des bisherigen Austausches in Ungarn – mit vielen lustigen und nostalgischen Momenten. Nach einer kurzen Schulführung setzten die Projektgruppen ihre Arbeit zur „Gesunden Lebensweise“ fort.
Zum Mittag ging es in die „Fischbörse“ am Hafen: Frischer Seefisch nach Geschmack, köstlich zubereitet – am Ende waren alle satt und zufrieden. Dem Thema entsprechend folgte kein Mittagsschlaf, sondern Bewegung: Mit dem Bus fuhr die Gruppe an den Strand zur Wattwanderung. Bei Ebbe wurde der Meeresboden zur außergewöhnlichen Biologiestunde: 90 Minuten ging es über sandigen, teils nassen und schlickigen Untergrund – in Badeschuhen, Gummistiefeln oder barfuß. Der fachkundige Guide zeigte mit der Mistgabel als Werkzeug die Tierwelt des Watts und suchte Muscheln, Würmer und Schnecken. Nach Projektarbeit und Wattführung durften schließlich alle verdient entspannen.
Tag 3 – Klima begreifen, Stadt erleben: Bremerhaven und Bremen (Dienstag)
Am Morgen trafen sich alle am Bahnhof Cuxhaven mit einem Ziel: das Klimahaus Bremerhaven. Die interaktive Ausstellung führte durch Klimazonen und Lebenswelten – von der Schweiz und Sardinien über den Niger, Kamerun und den Südpol nach Samoa und Alaska, bis nach Deutschland. Unterschiedliche Texturen, Temperaturen und Geräuschkulissen machten Regenwald, Wüste und Gletscher unmittelbar erfahrbar und zeigten den Klimawandel aus neuer Perspektive.
Am Nachmittag setzte die Gruppe ihre Reise nach Bremen fort. Nach einer geführten Tour durch die Innenstadt blieb Zeit zum Flanieren, Shoppen und Probieren lokaler Spezialitäten. Die historischen Fassaden und Plätze beeindruckten die Gäste nachhaltig. Zum Tagesende ging es mit dem Zug zurück nach Cuxhaven – mit vielen Eindrücken im Gepäck.
Tag 4 – Schulalltag, Projekte, Bewegung: Unterricht, Mykonos, Radtour und Bowling (Mittwoch)
Zurück in vertrauter Umgebung begann der Tag an der Schule: Tagesplanung, konzentrierte Projektarbeit und die letzten Schliffe für die anstehenden Präsentationen. Anschließend besuchten die Gäste den regulären Unterricht ihrer Austauschpartner – unter anderem eine Mathestunde, in der nahezu ausschließlich mit Tablets gearbeitet wurde. So erhielten sie einen authentischen Einblick in Unterrichtsmethoden und Atmosphäre vor Ort.
Während die deutschen Schülerinnen und Schüler am Mittag noch zwei Stunden Unterricht hatten, spazierte die ungarische Gruppe zum Schloss Ritzebüttel und kehrte anschließend im griechischen Restaurant Mykonos ein. Leckeres Essen und entspannte Gespräche gaben neue Energie. Mit schuleigenen Fahrrädern startete danach eine gemeinsame Fahrradtour vorbei an der alten Liebe zur Kugelbake. Der Tag endete sportlich: Beim Bowling rollten zwei Stunden lang die Kugeln, Teamgeist und gute Laune inklusive.
Tag 5 – Große Hafenwelt und Rätselspaß: Hamburg intensiv (Donnerstag)
Per Zug ging es nach Hamburg. Schon die Einfahrt in die Stadt bot Ausblicke auf eine flache, aber vielfältige Landschaft. Rund um den Hauptbahnhof beeindruckten historische Bauten. Auf einer Hafenrundfahrt erlebte die Gruppe die Dimensionen des Logistikknotens – inklusive eines der größten Containerschiffe der Welt. Danach führte die U-Bahn zu einem der bekanntesten Aussichtspunkte der Stadt. Nach zwei Stunden Freizeit mit kulinarischen Entdeckungen wartete ein Outdoor-Escape-Room quer durch die Speicherstadt. In Teams, ausgerüstet mit Material und Hinweisen, lösten die Jugendlichen knifflige Rätsel und fanden nach rund zweieinhalb Stunden zum Ausgangspunkt zurück. Ganz nebenbei entdeckten sie Plätze und Straßen, die abseits der klassischen Routen liegen. Müde, aber zufrieden, ging es im Zug zurück Richtung Küste.
Tag 6 – Ergebnisse im Rampenlicht: Präsentationen, Preise, Abschiedsfeier (Freitag)
Am Freitag stand die Bühne den Erasmus-Teams zu Verfügung. Vor den anderen 11. Klassen und der Schulleitung präsentierten die Gruppen ihre Arbeiten als PowerPoint, Podcasts oder kurze Filme. Kritisch und praxisnah behandelten sie Themen rund um „Gesunde Lebensweise“:
- Fit und gesund (Bewergung, Sport)
- Ernährung bewusst gestalten
- Entspannung und mentale Gesundheit (Schlafen, Glaube)
- Gesundheit und Digitalisierung
- Nachhaltige und gesunde Lebensmittel
- Gemeinsam gesund: Teamwork, Motivation, soziales Wohlbefinden
- Tanz zur Entspannung
Im Anschluss folgte eine herzliche Verabschiedung: Als Erinnerung überreichte die deutschen Lehrkräfte AAG-Trinkflaschen mit den Logos beider Schulen und dem Erasmus+-Emblem. Der Nachmittag war frei, der Abend wurde im Garten eines Schülers zur Abschiedsfeier genutzt: gemeinsames Grillen, Basketball und Tischtennis – und im Wohnzimmer am Flügel Musik, die keine Sprachbarrieren kennt.
Tag 7 – Auf Wiedersehen und bis bald: Rückreise nach Ungarn (Samstag)
Am Samstag machte sich die ungarische Gruppe auf den Heimweg. Am Flughafen Bremen verabschiedeten die deutschen Schülerinnen und Schüler ihre Gäste – nicht ohne Pläne für ein Wiedersehen im Sommer. Zurück blieben Erinnerungen an eine Woche, in der Lernen, Gesundheitsthemen und soziale Begegnungen über Landesgrenzen hinweg spürbar wurden.
Die Begegnung zeigte, wie vielfältig Erasmus+ wirkt: Lernen im Museum und im Watt, Kultur zwischen Bremer Stadtmusikanten und Hamburger Hafen, Schulalltag im Tablet-Unterricht und Teamarbeit beim Rätseltrail. Vor allem aber: neue Freundschaften, gestärkte Sprachkompetenzen und die Erfahrung, dass Europa im Kleinen beginnt – beim gemeinsamen Spielen, Forschen, Präsentieren und Feiern.
Lp, LM
PS:
Hier geht es zum Erasmus+ Padlet: https://padlet.com/christianlaepple/erasmus-projekt-cegl-d-cuxhaven-b8miopdt480jg730
Hier geht es zum Blog der Ungarn: https://cklg3etap2025.blogspot.com/2026/04/cuxhaveni-diakcsere-0.html?m=1









