In diesem Jahr wurden unsere Adventsandachten von Vertretern aller drei Stufen ausgerichtet. Den Auftakt machte die Oberstufe mit einem Brückenschlag zwischen der Jahreslosung für 2026 und dem Regenbogen als Symbol der Hoffnung und Verbundenheit Gottes:
Die Jahreslosung für 2026 steht im letzten Buch der Bibel. Sie lautet „Siehe, ich mache alles neu.“ Wir haben uns gefragt, was das bedeutet. Ist es ein Versprechen? War das Alte nicht gut genug, dass man alles neu machen muss? Und was heißt eigentlich „alles“? Ähnlich wie Stefanie Bahlinger, die das Jahreslosungsbild für 2026 gestaltet hat, haben wir dabei an einen Regenbogen gedacht. Das ist ein besonderes Zeichen für uns. Wenn wir einen Regenbogen sehen, denken wir an ein heftiges Gewitter und wie die schweren Wolken sich danach ganz plötzlich verziehen. Darum ist der Regenbogen für uns ein Zeichen, dass nach etwas Schlechtem auch immer wieder etwas Gutes kommen kann. Er gibt Hoffnung, dass man immer wieder neu anfangen kann. In der Bibel ist der Regenbogen ein Zeichen des Bundes zwischen Gott und den Menschen. „Meinen Bogen setze ich in die Wolken, und er ist das Zeichen des Bundes zwischen mir und der Erde“, heißt es im ersten Buch Mose. Damit meint er, dass er den Menschen die Freundschaft anbietet, von jetzt an ihrer Seite sein möchte. Und genau das tut er schließlich. Gott wird selbst zum Menschen. An Weihnachten feiern wir nicht nur, dass Jesus geboren wurde, sondern dass Gott sich damit an seinen Bundesschluss erinnert. Das Regenbogenzeichen ist also wie eine Brücke zwischen Gott und den Menschen zu verstehen. Wir dürfen uns daran erinnern, dass Gott uns sein Versprechen gegeben hat, bei uns zu sein – auch dann, wenn gerade eine Schwerte Gewitterwolke über uns liegt. Auch wenn es manchmal nicht danach aussieht, sagt er zu uns „Siehe, Ich mache alles neu.“ (Juliane P., 11a; Na)
In der zweiten Andacht wurde dieser Gedanke von der Religionsgruppe 9bc weiterverfolgt. Die Religionsgruppe 9bc hob die Botschaft des Friedens hervor:
Advent ist die Zeit, in der wir Kerzen anzünden, weil es draußen dunkler wird. Und nicht nur draußen: Wenn wir auf die Welt schauen, sehen wir Krieg, Streit, Angst und Unsicherheit. Viele fragen sich: Wie soll das alles weitergehen?
Gerade deshalb ist Advent wichtig. Denn Advent erinnert uns: Gott lässt die Welt nicht los. Er kommt hinein – mitten in das Chaos. Nicht als König mit Macht, sondern als kleines Kind in einer Krippe. Ganz unscheinbar. Und doch ein Zeichen: Neuanfang ist möglich. Die Jahreslosung 2026 sagt: „Siehe, ich mache alles neu!“ – „Siehe, ich mache alles neu“, das ist kein billiger Spruch. Es ist ein Versprechen. Gott sagt: Die Dunkelheit hat nicht das letzte Wort. Nicht der Hass. Nicht die Angst. Und gerade weil Gott in der Offenbarung vorher so majestätisch und unerreichbar fern dargestellt wird – mit Thron, gläsernem Meer, Engeln und himmlischem Lobpreis – wirkt diese Zusage umso erstaunlicher. Plötzlich ist er ganz nah. Er zeltet mitten unter seinem Volk, beugt sich herab, trocknet Tränen. Das ist eine echte Wende – nicht nur eine Zeitenwende, sondern fast eine Temperamentswende Gottes. Eine Nähe, die man kaum für möglich gehalten hätte.
Oft beginnt Neues ganz klein: Ein Gespräch, das wieder möglich wird. Ein Moment Frieden. Ein Mensch, der mir Licht schenkt.Oder ich selbst, wenn ich jemanden nicht im Dunkeln stehen lasse. Advent heißt: Auf das Neue hoffen – und selbst ein kleines Licht sein. Und so hören wir die Jahreslosung als Einladung und Zusage: „Siehe, ich mache alles neu!“ (Religionsgruppe 9bc, Sd)
Zum Abschluss führte die Religionsgruppe 7bd in einer Spielszene eindrucksvoll vor Augen, wie viel Stress wir uns „alle Jahre wieder“ im Advent machen. Dies unterbrach die Gruppe schließlich mit einem mahnenden Appell:
„Stopp! Leute, das kann doch so nicht weitergehen. Die Adventszeit sollte doch eigentlich etwas Schönes sein. Es geht nicht, dass ihr euch die ganze Zeit beschwert, flucht und deprimiert seid. Wir sollten uns freuen, dass bald Weihnachten ist und wir mit der Familie zusammen essen können. Wir sollten uns freuen, dass wir noch so viele Türchen vom Adventskalender haben. Und klar ist es oft stressig, aber wir dürfen uns davon nicht in die Irre führen lassen. Es gibt so viele schöne Dinge, doch die werden schnell vergessen. Damit ist jetzt Schluss! Denn wenn ihr so weiter macht, werden alle am Ende die Weihnachtszeit nur noch mit Stress in Verbindung bringen. Also nehmt euch das zu Herzen und geht auf den Weihnachtsmarkt, schmückt das Haus – denn Weihnachten ist nur einmal im Jahr.“ (Sophie F. mit Religionsgruppe 7bd, Eg)
